Hausnotrufsysteme

Geschrieben von: Foto von Dirk Staudinger Dirk Staudinger
Lesezeit: 6 Minuten

Hausnotrufsysteme sind eine wichtige technologische Innovation, die das Leben von Menschen in verschiedenen Lebenssituationen erheblich verbessern können. Diese Systeme bieten vor allem älteren Menschen, Personen mit gesundheitlichen Problemen oder eingeschränkter Mobilität sowie deren Angehörigen ein Stück Sicherheit und Unabhängigkeit. In diesem ausführlichen Text werden wir uns eingehend mit Hausnotrufsystemen befassen, ihre Funktionen, Vorteile und die Bedeutung für die Lebensqualität der Nutzer beleuchten.

Was ist ein Hausnotrufsystem?

Ein Hausnotrufsystem ist ein Kommunikationssystem, das entwickelt wurde, um Menschen in Notsituationen oder bei gesundheitlichen Problemen in ihrer eigenen häuslichen Umgebung Hilfe und Unterstützung zu bieten. Typischerweise besteht ein Hausnotrufsystem aus zwei Hauptkomponenten:

Hausnotruf Handsender
Notrufsender

Dies ist ein tragbares Gerät, das der Benutzer am Körper trägt, oft als Anhänger oder Armband. Es enthält eine Notruftaste, die im Ernstfall gedrückt werden kann, um Hilfe anzufordern.

Hausnotruf Station
Basisstation

Die Basisstation ist das Gegenstück zum Notrufsender und wird in der Wohnung des Benutzers installiert. Sie ist mit einem Notrufempfänger und einer Sprechanlage ausgestattet, über die der Benutzer mit einer Notrufzentrale oder einer vorab ausgewählten Kontaktperson kommunizieren kann.

Wie funktioniert ein Hausnotrufsystem?

Die Funktionsweise eines Hausnotrufsystems ist recht einfach und effektiv:

  • Notrufauslösung
    Wenn der Benutzer Hilfe benötigt, drückt er einfach die Notruftaste auf seinem tragbaren Sender. Dies sendet ein Signal an die Basisstation.
  • Kommunikation
    Die Basisstation empfängt das Signal und aktiviert die Sprechanlage. Der Benutzer kann nun direkt mit einem Mitarbeiter der Notrufzentrale oder einer vorab festgelegten Kontaktperson sprechen.
  • Hilfeleistung
    Je nach Bedarf kann die Notrufzentrale medizinische Hilfe, Feuerwehr oder Polizei verständigen. Wenn es sich um eine weniger dringliche Angelegenheit handelt, kann die Kontaktperson des Benutzers benachrichtigt werden, um vorbeizukommen und zu helfen.
So funktioniert der Hausnotruf
So funktioniert der Hausnotruf

In der oben abgeblideten Infografik sehen Sie den Verlauf bei einem abgegebenen Notruf.

Vorteile von Hausnotrufsystemen

  • Sicherheit und Unabhängigkeit
    Sie ermöglichen es älteren Menschen und Personen mit Gesundheitsproblemen, länger in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben, ohne auf die ständige Anwesenheit von Pflegekräften angewiesen zu sein.
  • Schnelle Hilfe
    Im Notfall kann Hilfe schnell gerufen werden, was lebensrettend sein kann, insbesondere bei medizinischen Notfällen wie Herzinfarkten oder Stürzen.
  • Beruhigung für Angehörige
    Familienangehörige können ruhiger schlafen, da sie wissen, dass ihre Lieben im Ernstfall Hilfe rufen können.
  • Einfache Handhabung
    Die meisten Hausnotrufsysteme sind benutzerfreundlich und erfordern keine umfangreiche Schulung.

Hausnotrufsysteme sind eine wichtige Technologie, die die Lebensqualität von Menschen erheblich verbessern kann, insbesondere von älteren Menschen und Personen mit gesundheitlichen Problemen. Sie bieten Sicherheit, Unabhängigkeit und schnelle Hilfe in Notsituationen. Die Investition in ein Hausnotrufsystem kann daher für viele Menschen eine sinnvolle und beruhigende Entscheidung sein.

Funktionsumfang

Der Funktionsumfang eines Hausnotrufsystems unterscheidet sich je nach Anbieter und Paket. Hier finden Sie eine Auflistung von unterschiedlichen Funktionen und deren Beschreibung. Die meisten der Funktionen sind nicht Teil des Basispakets und nur gegen Aufpreis erhältlich.

24-Stunden Notruf

Über einen Notrufknopf, welcher in der Regel als Armand getragen wird, kann sich der Nutzer mit der Hausnotrufzentrale verbinden lassen. Die Zentrale ist 24 Stunden am Tag und sieben Tagen pro Woche besetzt. Diese Grundfunktion ist bei allen Anbietern in den Basispaketen enthalten.

Aufbewahrung eines Wohnungsschlüssels

Der Anbieter bewahrt einen Zweitschlüssel für die Wohnungtür auf. Im Notfall kann so die Tür geöffnet werden und sicher Hilfe bereitgestellt werden.

Mobiler Bereitschaftsdienst

Ein mobiler Bereitschaftsdienst kann im Bedarfsfall agieren und Hilfe vor Ort leisten.

Aktivitätskontrolle

Das Armband ist mit Sensoren ausgestattet, welche die Aktivität des Nutzers messen. Bleibt die Aktivität für einen gewissen Zeitraum aus, stellt das Armand selbständig Kontakt zur Hausnotrufzentrale her. Im Bedarfsfall kann Hilfe vor Ort hinzugezogen werden.

Anbieter & Pakete

Der ASB bietet zwei verschiedene Pakete mit unterschiedlichen Kosten und Funktionsumfang an. Bei dem günstigsten Paket (25,50 Euro) können die kompletten Kosten von der Pflegekasse übernommen werden.

Paket Einmalige Kosten Monatliche Kosten Funktionsumfang
Basis 20,00 € 25,50 €
Rundum-Sorglos-Paket 20,00 € 46,50 €

Der DRK bietet eine Basisversion für monatlich 25,50 Euro an. Darüberhinaus gibt es auch eine Vielzahl von Zusatzleistungen, welche über einen lokalen DRK-Verband gebucht werden müssen.

Paket Einmalige Kosten Monatliche Kosten Funktionsumfang
Basispaket 10,49 € 25,50 €

Das Hausnotruf-Basispaket kostet monatlich 27 Euro bei den Johannitern. Hinzu kommen 49 Euro Anschlussgebühr. Beim Vorliegen eines Pflegegrads reduziert sich die Anschlussgebühr um 10 Euro.

Paket Einmalige Kosten Monatliche Kosten Funktionsumfang
Basisversorgung ab 39,00 € 27,00 €

Die Malteser bieten drei unterschiedliche Pakete für einen Hausnotruf an. Die Kosten bewegen sich zwischen 25,50 Euro und 56,90 Euro monatlich. Das Besondere: Bei den Maltesern fallen derzeit keine Einrichtungsgebühren an.

Paket Einmalige Kosten Monatliche Kosten Funktionsumfang
Grundsicherheit 0,00 € 25,50 €
Komplettsicherheit 0,00 € 52,40 €
Komplettsicherheit Plus 0,00 € 56,90 €
Mehr zu den Anbietern

Kosten

Die Kosten für einen Hausnotruf können je nach Anbieter und den spezifischen Dienstleistungen, die angeboten werden, variieren. Daher ist es wichtig, mehrere Angebote einzuholen und die Vertragsbedingungen sorgfältig zu prüfen, um sicherzustellen, dass Sie den für Ihre Bedürfnisse am besten geeigneten Hausnotrufdienst auswählen.

In der Regel zahlt man eine monatliche Gebühr zwischen 25 und 55 Euro. Hinzu kommt in der Regel eine einmalige Anschlussgebühr, welche bis zu 50 Euro betragen kann.

In der folgenden Tabelle haben wir Ihnen Preise einiger ausgewählter Anbieter aufgelistet:

Anbieter Einmalige Anschlussgebühr Monatliche Kosten
ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) 20,00 € 25,50 € - 46,50 €
DRK (Deutsches Rotes Kreuz) 10,49 € 25,50 €
Johanniter 39,00 € - 49,00 € 27,00 €
Malteser 0,00 € 25,50 € - 56,90 €

Kostenübernahme

Die Kosten für ein Hausnotrufsystem können in einigen Fällen von der Pflegekasse übernommen werden können. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Nutzung eines Hausnotrufsystems medizinisch notwendig ist und dem Ziel dient, das Leben zu erleichtern und die Sicherheit des Pflegebedürftigen zu gewährleisten.

Neben der Kostenübernahme für das eigentliche Hausnotrufsystem können auch die monatlichen Servicegebühren von der Pflegekasse abgedeckt werden.

Voraussetzungen zur Kostenübernahme

  • Pflegegrad
    In der Regel ist ein Pflegegrad (früher Pflegestufe) Voraussetzung für die Kostenübernahme. Je nach Pflegegrad können unterschiedliche Leistungen in Anspruch genommen werden. Menschen mit höheren Pflegegraden haben oft mehr Anspruch auf finanzielle Unterstützung.
  • Verordnung durch den Arzt
    Ein Hausnotrufsystem muss von einem Arzt als notwendig eingestuft und verordnet werden. Die ärztliche Verordnung dient als Nachweis der medizinischen Notwendigkeit.
  • Wahl des Anbieters
    In einigen Fällen kann die Pflegekasse die Auswahl des Anbieters einschränken oder vorschreiben, während in anderen Fällen eine freie Wahl möglich ist. Es ist ratsam, sich bei der Pflegekasse nach den geltenden Richtlinien zu erkundigen.

Antragstellung

Um die Kostenübernahme zu beantragen, sollte eine formelle Anfrage bei der Pflegekasse gestellt werden. Dabei ist es wichtig, alle erforderlichen Unterlagen, einschließlich der ärztlichen Verordnung, vorzulegen.

Geschrieben von:
Dirk Staudinger

Dirk Staudinger

Redakteur

Dirk Staudinger zeichnet sich durch eine hohe Fachkompetenz und langjährige Erfahrung als Experte für Treppenlifte aus. Neben Treppenliften schreibt er auch über weitere Hilfsmittel für Senioren.

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